Bleaching: Weißes Lächeln gefällig?

//Bleaching: Weißes Lächeln gefällig?

Was Sie beim Bleaching beachten müssen. Eine Zahnarztspezialistin klärt die wichtigsten Fragen.

So strahlend weiße Zähne wie Heidi Klum oder George Clooney kann heute jeder haben. Was man dafür tun muss, erklärt Dr. Beate Jürgens mit Praxis in Düsseldorf.

Warum verlieren Zähne eigentlich ihr Weiß?

Das ist ein natürlicher Prozess: Auch Zähne altern und nutzen sich ab. Die Farbe ändert sich und der Glanz geht verloren. Durch übermäßiges Nutzen der Zähne, z.B. beim Pressen oder Knirschen, entstehen Haarrisse im Schmelz. Durch diese und auch durch den kompletten Abrieb von Schmelz – oft zu sehen an den Schneidekanten der unteren Frontzähne – ziehen Farbstoffe ins Dentin (Zahnbein) hinein. Auch Getränke, Nahrungs- und Genussmittel, die wir täglich zu uns nehmen, hinterlassen Spuren. Farbstoffe von Rotwein, Nikotin oder auch Tomaten und Fruchtsäften dringen so in den Zahnschmelz ein und lagern sich dort ab.

Kann man seine Zähne vor Verfärbungen schützen?

Theoretisch könnte man weitgehend auf färbende Lebensmittel verzichten und auch durch frühzeitiges Knirsch-Schienen tragen, Zähne vor Abrieb oder Haarrissen schützen. Aber ist dieser Tipp wirklich alltagstauglich? Es hilft sicher, wenn man weniger raucht oder Kaffee trinkt. Eine gute Zahnpflege ist nach wie vor Basis für gesunde, weiße Zähne. Ergänzend wirkt auch regelmäßige professionelle Zahnreinigung Verfärbungen entgegen.

Was genau passiert beim Bleaching?

Das Carbamid – oder Wasserstoffperoxid – in den Bleachingpräparaten zielt mit seinen freien Sauerstoffradikalen nur auf die Farbpigmente im Zahn.  Die Oxidation dieser chemischen Doppelbindungen verändert den Farbwert der Pigmente von „farbig“ hin zu „transparent“ und löst als Produkt Wasser (H2O) aus dem Zahn. Die Zähne werden weniger farbintensiv, also heller und trocknen aus. Diese „Trockenheit“ wirkt zusätzlich zahnaufhellend, verursacht aber oft eine temporäre Temperaturempfindlichkeit nach dem Zahnbleaching. Glücklicherweise werden die Zähne im feuchten Mundmilieu durch den Speichel innerhalb von ein bis zwei Tagen wieder durchfeuchtet, wirken somit zwar auch einige Nuancen dunkler, sind dann aber auch wieder temperaturunempfindlicher.

Ist dieser chemische Eingriff nicht schädlich?

Professionell durchgeführt schadet eine solche Zahnaufhellung nicht. Man könnte es mit der Hautpflege vergleichen: Wenn tägliches Zähneputzen wie Waschgel für das Gesicht ist, wirkt das Bleichen der Zähne wie ein ergänzendes tiefenreinigendes Peeling. Dieses „Peeling“ sollte immer ärztlich kontrolliert und keinesfalls täglich erfolgen.

Wie effektiv ist das Resultat und wie lange hält es?

Je nach Ausgangswert ist eine Zahnaufhellung um bis zu acht Nuancen möglich, die bei richtiger Pflege mehrere Jahre hält. Es kommt dabei sicher auch auf die individuellen Lebens- und Nahrungsgewohnheiten an.

In Apotheken und Drogerien gibt es Bleaching-Helfer für zu Hause – was halten Sie davon?

Gar nichts! Denn wenn man sich mit der Anwendung nicht auskennt, kann einiges schiefgehen. Aggressive Wirkstoffe können auf dem Zahnfleisch landen oder verschluckt werden, was zu Verätzungen der Schleimhäute führen könnte. Ohne eine vorhergehende professionelle Reinigung können die Zähne außerdem fleckig werden. Und die ungleichmäßige Verteilung – gerade bei den Bleaching Stripes – birgt die Gefahr von scheckigen  Farbschattierungen und einer disharmonischen Farbgebung.

2017-11-30T17:21:19+00:00